Montag, 17. September 2012

Ronan

Ronan - Taylor Swift - Standing up to cancer

Vor ein paar Tagen bin ich via Facebook über diesen Link gestolpert.
Ich fing beinahe an zu weinen, als ich dieses Lied hörte. Die Emotionen sind einfach unbeschreiblich.
In diesem Lied geht es um ein (leider) wahres Schicksal.
Ein Junge, von drei Jahren, erkrankt an Krebs. Er leidet beinahe ein ganzes Jahr und stirbt schlussendlich an der grausamen Krankheit. Seine Mutter fing in der Zeit an einen Blog zu schreiben, in dem sie berichtete, wie es ihm geht.
Hier bei der Spendenaktion "Standing up to cancer" sang Taylor Swift zum ersten Mal den Song, den sie dem kleinen Jungen Ronan und seiner Mutter widmete.

Krebs ist eine schlimme Krankheit. Es ist schlimm dabei zuzusehen zu müssen, wenn ein Angehöriger daran leidet, aber noch schlimmer muss es sein Krebs selbst zu haben.
Ich hatte in meinem Verwandtschaftskreis jemanden, der an Krebs jahrelang leidete und dann einfach starb. Es war schrecklich fast jeden Tag mitansehen zu müssen, wie er immer schwächer und von der Krankheit ausgesaugt wurde. Man kann es nicht stoppen. Jeden Tag musst du damit leben. Die Lebensfreude war einfach mit jedem Tag weniger geworden.
Das Grausamste war aber, dass er in den Jahren gekämpft hat und alles mögliche ausprobiert hat. Es hat nur insofern geholfen, dass er noch länger am Leben geblieben ist. Einmal hörte ich ihn von meinem Zimmer aus weinen. Ich ging die Treppen hinab und fragte was los sei. Er sagte, dass er die einfachsten Sachen nicht mehr machen könnte. Man konnte die Verzweiflung aus der Stimme hören. Er war auch extrem dünn geworden, weil der Magen nichts mehr richtig aufgenommen hatte. Er klammerte sich nur mehr an alternative Heilung und eben an das, was die Ärzte ausrichten konnten.
Aber das reichte nunmal nicht.
Er starb.
Damals war ich zwölf.

Er wollte nie etwas von sterben hören, wobei ich nicht weis inwiefern er wirklich darüber nachgedacht hatte. Womöglich genug, wenn er nichts davon hören wollte. Dieses Verhalten kann ich zwar nur zu gut verstehen - ich selbst würde vermutlich auch nicht anders handeln - jedoch half mir das wenig mit meiner persönlichen Verarbeitung.

Als er starb, fühlte ich eine irrsinnig große Leere in mir. Ich musste einfach nicht mehr daran denken, weil es nicht mehr da war. Es war wie ausgelöscht.
Dann war auch schon die Beerdigung eine Woche später da, doch ich fühlte noch immer nichts.
Keine Träne. Nur bittere Leere.
Nach einem halben Jahr fühlte ich endlich den Wall zusammenbrechen und Gefühlsausbrüche, Depression und viele Tränen standen mir bevor.

Ich habe bis heute noch nicht ganz damit abgeschlossen.

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